Interview mit Boris S.

EP:
Hi Boris, am 22.03. wirst du zum ersten Mal die kleine Hansestadt Bremen mit deinen Künsten beglücken. Wie viel weißt du über diese kleine, sympathische Stadt an der Weser und inwiefern informierst du dich überhaupt über die Orte, an denen du auflegen wirst?

Boris:
Wenn ich ehrlich bin weiß ich über die Stadt nicht wirklich viel. Ich war dort einmal als Kind mit meinen Eltern. Ich kann mich noch daran erinnern wie wir die Statue der Bremer Stadtmusikanten gesucht haben und dann doch eher enttäuscht waren als wir das doch etwas klein geratene Teil gefunden hatten. Im Allgemeinen informiere ich mich nicht sonderlich viel über die Städte in denen ich spiele. Ich schaue im Internet, schau mir Bilder an und Frage Kollegen die schon einmal dort warten was mich erwartet bzw. was mich erwarten könnte.

EP:
In der Szene bist du vor allem als Produzent bekannt. Hast für einige Größen wahre Floor-Burner veröffentlicht. Seit einigen Monaten konzentrierst du dich allerdings nun eher auf deine eigene Karriere. Sind darunter mehr Gigs zu verstehen oder hast du da noch mehr im Sinn?

Boris:
Nein dabei geht es einfach nur darum, sämtliche Energie in meine eigenen Produktionen zu stecken und mich nicht von Produktionen für andere Künstler abzulenken. Natürlich fallen darunter auch mehr Gigs, die ich dank meiner neuen Bookingagentur (Bullshit Bookings) natürlich auch habe.

EP:
Wie schon erwähnt hast du einige sehr erfolgreiche Tracks produziert. Woher nimmst du die Ideen bzw. wovon lässt du dich inspirieren? Spielen da bei dir auch andere Musikstile, vor allem außerhalb der elektronischen Musik, eine Rolle?

Boris:
Wirkliche Inspiration kommt bei der Arbeit. Ich setze mich oftmals hin und fange an ein Beatgerüst zu bauen. Nach und nach kommen mir dann Ideen was ich damit anstellen könnte, bzw. ob ich da nun am besten eine Melodie oder ein einprägsames Vocalsample einbaue. Ich höre auch oft andere Musik und ziehe daraus auch so manche Idee die ich dann versuche in einen Techno bzw. Hardtechnotrack einzubauen.

EP:
Die elektronische Musik wird oft müde belächelt. Man könne es nicht als Musik bezeichnen, sondern verbindet es eher mit Krach, es klänge wie entgleisende Züge. Worin liegt daher für dich der Reiz dieses Genres und vor allem gerade im harten Bereich?

Boris:
Das ist eine gute Frage. Ich habe ja schon vor über 14 Jahren angefangen Musik zu produzieren. Allerdings bin ich immer auf den härteren Schienen des jeweiligen Bereichs hängengeblieben. Ich glaube das ist so eine Art Lebensgefühl. Ich mag es mit Musik Frust und Aggressionen, aber auch Freude und Gute Laune auszuleben. Der harte Techno ist für mich da das beste Ventil. Er kann düster und aggressiv aber auch freundlich und funky sein.

EP:
Mit Arkus P hast du vor kurzem das Projekt ?Tetrapak? ins Leben gerufen. Über den Namen muss man ja schon ein wenig schmunzeln. Schließlich verbindet man damit ja eher Verpackungen. Wie kam es zu dieser Benennung und überhaupt erst zu der Zusammenarbeit?

Boris:
Wie wir auf den Namen kamen? Das war eine ganz spontane Entscheidung. Auf die Idee kam Arkus' Freundin. Und wir beide haben dem Namen zugestimmt. Er ist einprägsam und hat auch etwas Lustiges an sich. Diese Zusammenarbeit hatten wir schon etwas länger geplant. Nur da wir beide ziemlich viel zu tun haben kam es nie wirklich dazu. Jetzt haben wir es endlich geschafft und werden mit Sicherheit einige Clubs zusammen auseinander nehmen ;)

EP:
Das Jahr 2008 ist ja noch relativ jung. Hast du dir bestimmte Ziele gesetzt, die du in diesem Jahr erreichen willst? Wie wird es auf deinem Label ?Frown Records? weitergehen, hat man da in nächster Zeit etwas zu erwarten?

Boris:
Ich habe dieses Jahr eigentlich nur das Ziel, möglichst viele gute Produktionen zu releasen und den Leuten in den zig Clubs und Festivals in/auf denen ich spiele eine gelungene Partie zu ermöglichen ;) Auf Frown wird einiges passieren dieses Jahr. So ist ein Release von Sven Wittekind geplant, eine Newcomer Platte von Mark Mayu mit einem Remix von mir und natürlich eine Tetrapak Platte wird es auch geben. Also man kann gespannt sein was dort dieses Jahr passieren wird.

EP:
Den ersten Anstoß deiner DJ Karriere gab es 1998 mit dem Auftritt bei ?Radio-Unity?. Markus Hölzel, der Gründer dieses Internet-Radios, ist am 12.02.2008 völlig unerwartet verstorben. Kanntest du ihn und welches Verhältnis hattest du zu ihm?

Boris:
Ich kannte ihn eben von damals bei Radio Unity. Desweiteren habe ich ihn öfter bei Sunshine Live getroffen wenn er mit Talla am Donnerstagabend im Sender war. Es hat mich sehr getroffen das Markus so unerwartet verstorben ist! Wir sahen uns nicht oft, aber haben uns immer gut verstanden.

EP:
Du bist in der Hardtechno-Szene ganz oben angekommen, tourst durch die Welt, spieltest schon vor zig tausend Feierwütigen bei der Nature One, Love Parade. Gibt es für dich da eigentlich noch Steigerungen?

Boris:
Es gibt immer Steigerungen. Aber ich genieße das ?hier und jetzt? und freue mich über jede gelungene Nacht in einem Club oder auf einem Festival.

EP:
Boris, ich danke, dass du dir die Zeit genommen hast und freue mich, dich am 22.03. in Bremen zur Technophobia begrüßen zu dürfen.

Boris:
Kein Problem! Ich freue mich ebenfalls auf den 22.03. in Bremen!


Eintrag vom: 12.03.2008